|
Es ist das erklärte Ziel der SAP, die Treibhausgasemissionen bis 2020 auf das Niveau des Jahres 2000 zurückzuschrauben und damit den 2007 gemessenen Emissionsausstoß um etwa 50% zu reduzieren.
Ein großer Anteil der CO2 Emissionen ist auf die Unternehmensflotte zurückzuführen. Dies ist die zweitgrößte Emissionsquelle nach den Geschäftsreisen mit dem Flugzeug. Es liegt also auf der Hand nach Möglichkeiten zu suchen, die Emissionen durch ein optimiertes Flottenmanagement zu verringern. Neben der Einführung von Begrenzungsvorgaben bzgl. des CO2-Ausstoßes bei neuangeschafften Firmenwagen, die 2008 bei der SAP eingeführt und kontinuierlich angepasst wurde, kann der Einsatz von Elektrofahrzeugen in der Dienstwagenflotte einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten.
Während heutige Elektrofahrzeuge eine maximale Reichweite von ca. 80-150 km aufweisen, weisen deutlich über 90% aller Wegstrecken von SAP Mitarbeitern eine Länge unter 100 km auf. Der Mobilitätsbedarf könnte damit zu einem großen Teil mit einer intelligent gesteuerten e-Flotte abgedeckt werden. Hier setzt das Projekt „Future Fleet“ an, das den Einsatz von Elektrofahrzeugen in betrieblichen Fahrzeugflotten unter gegebenen Randbedingungen im Rahmen eines Feldversuchs untersucht. Gerade Dienstwagenflotten stellen ein wichtiges potenzielles Marktsegment für Elektrofahrzeuge dar. Der Einsatz von umweltfreundlichen Fahrzeugen in Dienstwagenflotten kann Signalwirkung in der Öffentlichkeit entfalten und diesen Fahrzeugen auch in der allgemeinen Bevölkerung zum Durchbruch verhelfen.
Insgesamt testen über 500 SAP-Mitarbeiter 27 Elektrofahrzeuge an 4 SAP-Standorten auf ihre Alltagstauglichkeit. Zur optimalen Steuerung und Planung der Elektrofahrzeugflotte kommt ein von SAP entwickelter Software-Prototyp für das Mobilitäts-management zur Anwendung. Dank einer durchgängigen Kommunikation zwischen Fahrzeug, Ladesäule und Software-Prototyp lassen sich Autos gezielt und intelligent einsetzen und laden. Damit wird echtes Neuland betreten. Über den Software-Prototypen besteht hierzu für die Nutzer die Möglichkeit, Ladepunkte zu reservieren.
Während im Szenario für Dienstfahren der Software-Prototyp die Mobilität des Nutzers sicherstellt – und somit auch nicht abbildbare Fahrten ablehnen kann – unterstützt das Szenario der mehrtägigen Nutzung die Eigenverantwortung der Nutzer. Der Energieversorger und Projektpartner MVV Energie hat in Kooperation mit der SAP die Ladestationen installiert und versorgt diese mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Ergänzt wird der Feldversuch durch umfassende empirische Untersuchungen der Projektpartner Hochschule Mannheim, Öko-Institut und Institut für sozial-ökologische Forschung. Ihre Befragungen sind darauf ausgerichtet, die Potenziale und Barrieren der Elektromobilität für Dienstwagenflotten zu untersuchen. Das Pilotprojekt Future Fleet ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Unternehmensführung.
|